Praxisbeispiel Markenstrategie - warum ein Unternehmen zu Ende war, bevor es begann
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Jungunternehmer U hatte eine wirklich gute Idee, an der er viele Jahre gebastelt hatte, schon zu Zeiten des Studiums. Die Programmierung der Website war fast fertig, das Logo entworfen, die Briefköpfe und die Werbung gedruckt, alles sogar zweisprachig. Wenige Monate vor dem Start ließ sich Jungunternehmer U eine entsprechende Marke als Wortmarke und Wort-/Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eintragen, für jeweils nur 300 Euro.
Der Start des Unternehmens stand unmittelbar bevor, als Jungunternehmer U eine Nachricht vom DPMA erreichte, dass Widerspruch gegen seine Markeneintragung erhoben worden sei. U entschied sich dafür, mit dem Widerspruchsführer selbst in Verhandlungen zu treten, schätzte allerdings seine Position falsch ein und eine Abgrenzungsvereinbarung kam nicht zustande. Seine Marke musste er wieder löschen.
Der Start seines Unternehmens hatte sich durch den Streit um Monate verschoben und die finanziellen Ressourcen waren aufgebraucht. Geld für die Entwicklung eines neuen Logos, für die Registrierung der neuen Domains, den Druck der Briefköpfe und der sonstigen Werbung war nicht mehr da. Das Projekt war – nach vielen Jahren Arbeit – gescheitert.
Es ist scheinbar einfach, eine Marke selbst beim DPMA eintragen zu lassen. Aber die Risiken sind für einen Laien kaum überschaubar. Ohne eine tiefgreifende Recherche besteht stets das Risiko, von anderen Markeninhabern auf Unterlassung in Anspruch genommen zu werden. U hatte hier sogar noch Glück, er hätte auch eine Abmahnung erhalten können, die ihn weitere viele tausend Euro hätte kosten können.
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